Sie befinden sich auf der Seite: Aktuelles » Aktuelles » Newsreader

Fortführung von Wir.EB bestätigt hohe Wirksamkeit der Erziehungs- und Familienberatung

Wir.EB kann mittlerweile auf einen umfangreichen Gesamtdatensatz von mehr als 10.000 Beratungsprozessen zurückgreifen. Ein Erfolg, für den wir den bundesweit knapp 150 Beratungsstellen, die sich an den bisherigen Projektbausteinen beteiligt haben, an dieser Stelle herzlich danken möchten. Da Wir.EB in den nächsten Jahren fortgeführt wird, wird dieser stetig wachsende Datenfundus auch in Zukunft allen interessierten Beratungsstellen als wirkungsorientierte Grundlage zur Weiterentwicklung der eigenen Praxis vor Ort und zur Darstellung der Fachlichkeit ihrer Beratungsarbeit zur Verfügung stehen.

Mittlerweile liegen erste spannende Forschungsbefunde aus der aktuellen Projektrunde von Wir.EB vor, über die wir an dieser Stelle berichten möchten. In etwas ausführlicherer Form werden Wir.EB-Ergebnisse zeitnah unter anderem noch in den Informationen für Erziehungsberatungsstellen der bke sowie im Nachrichtendienst des Deutschen Vereins (NDV) publiziert. Bereits im Rahmen der Pilotstudie konnte gezeigt werden, dass Erziehungs- und Familienberatungsstellen erhebliche Verbesserungen im familiären Zusammenleben der ratsuchenden Menschen bewirken und neben einer Förderung der Erziehungskompetenz insbesondere dazu beitragen können, dass sowohl Eltern als auch junge Menschen besser mit belastenden Situationen umgehen. Neben der Resilienzförderung sind im Laufe der Beratungsprozesse, maßgebliche Verbesserungen hinsichtlich der psychischen Gesundheit von Eltern und jungen Menschen zu erkennen.

Anhand von über 5.000 Fällen, die im Rahmen der aktuellen Projektrunde von 2018 bis heute erhoben wurden, können diese Ergebnisse in ihren wesentlichen Grundaussagen bestätigt werden. Dabei zeigen sich aber auch leichte Veränderungen im Vergleich zur vorausgehenden Pilotstudie: So ist auffällig, dass aktuell die Förderung der jungen Menschen mehr in den Fokus zu geraten scheint, denn insbesondere bei den Grundbefähigungen der jungen Menschen, ist nunmehr in einem breiten Spektrum von beratungsrelevanten Lebensbereichen ein höheres Ausmaß an positiven Veränderungen zu beobachten (s. Abbildung). Bei den Eltern selbst sieht das Bild etwas anders aus: Zwar ist auch hier, etwa hinsichtlich ihrer psychischen Gesundheit und des Erziehungsverhaltens, eine leicht höhere Erfolgswahrscheinlichkeit festzustellen, in einigen Bereichen wie bei den Werten und erziehungsleitenden Vorstellungen sowie dem Bereich „Schutz und Versorgung" (damit ist zum Beispiel Gewährleistung der Grundversorgung oder Abwendung von Vernachlässigung und Gewalt gemeint) scheint es dahingegen aber etwas schwieriger geworden zu sein, positiv auf die Eltern einzuwirken. Die beschriebenen Unterschiede sind absolut gesehen zwar nicht besonders groß, statistisch mit einer Irrtumswahrscheinlichkeit kleiner ein Promille aber höchst signifikant. Es bedarf noch weiterer Analysen, um zu ermitteln, ob sich in den Zahlen ggf. ein voranschreitender struktureller Wandel von Erziehungs- und Familienberatung ausdrückt. Herausforderungen auf Elternebene könnten bspw. durch ein zunehmendes Aufbrechen der klassischen „Komm-Strukturen" von Beratungsstellen zugunsten einer vermehrten Hinwendung zu Adressat*innengruppen entstehen, die bisweilen eher keine Beratungsstelle aufgesucht hätten. Hierbei kann etwa der zunehmende Ausbau von aufsuchenden Beratungsangeboten eine Rolle spielen.

In diesem Zusammenhang wird deutlich wie wichtig eine stetig fortgeführte Wirkungsevaluation ist. Denn nur, wenn stets auf aktuelle Daten zurückgegriffen werden kann, ist es möglich, den soziographischen Wandel und andere Entwicklungen im Blick zu behalten, um auf dieser Grundlage eine bedarfsgerechte Angebotsstruktur von Beratungsstellen überprüfen und weiterentwickeln zu können. Daher würden wir uns auch zukünftig über eine breite Beteiligung freuen. Nähere Informationen zur Teilnahme an der Weiterführung von Wir.EB finden sich in der Rubrik Interessenten auf dieser Webseite. Eine Teilnahmeanmeldung ist jederzeit möglich.

Da die aktuellen Teilnahmeanmeldungen nur bis Ende dieses Jahres gültig sind und sich nicht automatisch verlängern, müssten Beratungsstellen, die bereits an dem aktuellen Implementierungsvorhaben teilnehmen, sich bitte ebenfalls noch für die Weiterführung ab dem Jahr 2020 anmelden. Für Beratungsstellen die sich bereits beteiligen steht allerdings ein Formular für ein vereinfachtes Anmeldeverfahren zur Verfügung. Dabei müssen nicht alle Daten neu eingegeben werden müssen.

Zurück